REFO nordeuropafilmt!
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7. bis 19. September 2014 in der DS Helsinki

Themenschwerpunkte der REFO:
Mobile Movies und Sounddesign

Das Motto: „Ich bin Film-Auge. Ich bin das mechanische Auge. Ich, die Maschine, zeige euch die Welt so, wie nur ich sie zu sehen im Stande bin. Von heute ab und in aller Zukunft befreie ich mich von der menschlichen Unbeweglichkeit. Ich bin in ununterbrochener Bewegung. Ich nähere mich und entferne mich von den Gegenständen, ich krieche unter sie, ich klettere auf sie, ich bewege mich gleichsam mit dem Maul eines galoppierenden Pferdes. Ich rase mit vollem Gang in die Menge.“ (Dziga Vertov: Kinoki – Umsturz, 1923)


Joshua aus Dublin erzeugt Geräusche für seinen mobile movie...

 

Dozenten:

George Speckert: Filmkomponist, Medienpädagoge, Hannover
Uwe Plasger: Medienpädagogischer Berater, Hannover
Burkhard Inhülsen: Direktor des up-and-coming Int. Film Festival Hannover
Claudia Wenzel: Projektleiterin TASCHENGELDKINO- eine Qualifizierung
zum Filmlehrer, Initiative filmlehrer.de, Hannover

Jury:

Prof. Caspar Stracke, Kunstakademie Helsinki
Burkhard Inhülsen, Direktor von "up-and-coming"
Juha Blomberg,DSH- Alumnii Vorstandsmitglied

Seminarinhalt:

„Ich bin die Erdbeere, die im Kühlschrank liegt und vergessen wurde.“
Was hört die Erdbeere, wenn sie im Kühlschrank liegt? Was sieht sie, wenn der Kühlschrank sich langsam öffnet? Das Handy als Aufnahmegerät zeigt es uns: Es ist klein, praktisch und ständiger Begleiter. Doch was kann das Handy mehr leisten als die große Kamera? Welche Perspektiven kann es einnehmen, die wir – der Mensch – niemals einnehmen können? Welche Bilder sieht die Handykamera, die wir niemals sehen werden? In diesem Workshop lösen wir uns von der Perspektive des menschlichen Auges – wir entfesseln es. Auf sehr experimentelle Weise erproben die Teilnehmer den Mehrwert des Filmens mit dem Handy. Das Handy ist dabei in jeder Hinsicht Aufnahmegerät: für Bild und Ton. Der Sound gibt dem Film die Emotionalität. Schon in der Planung werden Klangvorstellungen zu einzelnen Bildern entwickelt. Die Tonaufnahme ist bewusst und wird je nach Idee und filmischem Experiment nachbearbeitet. Doch erst die Montage bringt die ununterbrochene Bewegung in eine Struktur. Am Ende entstehen rasende Movies, gleich eines galoppierenden, atemlos schnaubendes Pferdes.


Programm als PDFDownload


Teilnehmende Schüler:

Ben Schönfeld Dublin
Audria Kühnrich Dublin
Joshua Brown Dublin
Carla Geyer kopenhagen
Anna Bahar Kopenhagen
Felicia Sorensen Kopenhagen
Hanna Freiberg Kopenhagen
Philip Nickel Kopenhagen
Hans Ebne Oslo
Carla von Lueder Oslo
Emanuela Früh Oslo
Anna Nja Oslo
Charlotte Humborg Stockholm
Felicia Holst Stockholm
Chiara Rieffel Stockholm
Paula Humborg Stockholm
Anja Theopold Stockholm
Helena Braunschweig Stockholm
Paula Fritze Helsinki
Uma Fritze Helsinki
Risto Ravela Helsinki
Jakob Bellini Helsinki

Teilnehmende Lehrer:

Beatrice Kulbe Oslo
Gloria Mikitta Oslo
Grit Müller Kopenhagen
Georg Miller Kopenhagen
Marie Homström Stockholm
Sandra Mittag Stockholm
Gülyar Wimmer Özdemir Stockholm
Sarah Kavanagh Dublin
Jutta Reetmeyer Helsinki
Christine Rodrian Helsinki
Ria Häkkinen Helsinki
Claus Hoffmeister Helsinki
Lukas Gienapp Helsinki



 

   
 
 

Uma und Paula Fritze nehmen freudig den "Nofix" für ihren Film "Run Bitch Run" entgegen (Bild oben).

Bild unten: Nick Dorra von Rovio Entertainment berichtet von seiner Arbeit in der weltberühmten Firma

 
Die Jury berät sich:
v.l.n.r.: Juha Blomberg, Burkhard Inhülsen, Caspar Stracke

Drei Tage lang waren Schülerinnen und Schüler aus Dublin, Helsinki, Kopenhagen, Oslo und Stockholm unentwegt an der Arbeit um ihre "mobile movies" fertigzustellen. Ihre Aufgabe war es leblose Gegenstände wie Petflaschen, Kartons und Plastiktüten zum Leben zu erwecken. Dabei entstanden spannende kleine Geschichten, die gekonnt in filmische Einstellungen aufgelöst wurden - immer wieder auch in ungewöhnlichen Perspektiven. Alle Aufnahmen entstanden mit hochwertigen Handys, die uns Microsoft freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte. Von den Clips wurden nur die Videospuren benutzt, die selbsterzeugten Geräusche für das Audiodesign wurden nachträglich mit den selben Geräten aufgezeichnet und am Computer teilweise verfremdet. So entstanden in nur zwei Arbeitstagen 10 sehr spannende und recht gut gemachte Kurzfilme, die am letzten Tag des Festivals im vollbesetzten Orionkino auf der Großleinwand vorgeführt wurden.
Außerdem wurden 11 Gewinnerfilme aus den beteiligten Deutschen Schulen präsentiert, die von den lokalen Jurys und vom Publikum auf den schuleigenen Festivals prämiert worden waren.
Als "special guest" durften die Zuschauer unseren ehemaligen Schüler Nick Dorra von Rovio Entertainment begrüßen, der über seine interessante Arbeit bei der "Angry Birds" Firma berichtete, während die hochkarätige Jury  drei Filme auswählte. "Nofix"- Gewinnerpokale gingen nach Dublin für den Animationsfilm "JoJo", nach Stockholm für "Fly" und nach Helsinki für "Run Bitch Run".
Am Ende waren alle alle Teilnehmer glücklich und zufrieden, hatten sie doch einerseits intensiv gearbeitet und andrerseits die eigenen Filme auf der Großleinwand gesehen, wo sie noch viel besser gewirkt hatten. Und mit diesem Gefühl und gefühlten zwei K
öpfe größer wurde der Heimweg angetreten.


Hier ein Link auf die Seite von George Speckert, wo man alle Filme einzel findet, ausserdem den "Making OF" Film von Lukas Gienapp sowie Tips von George Speckert zum Erzeugen von Geräuschen...

http://george.speckert.com/Nordeuropafilmt/preview.html

mit tatkräftiger Unterstützung aus Hannover:
v.l.n.r.: George Speckert, Claudia Wenzel, Burkhard Inhülsen und Uwe Plasger

Links zu den Gewinnerfilmen:
Run Bitch Run (DS Helsinki)
FLY (DS Stockholm)
JOJO (DS Dublin)

  Links - aneinandergereiht als FLV - die Filmversuche der einzelnen Gruppen. Hier als Beispiel eine Aufgabenstellung:

Erstellt einen 2 ½ minütigen Experimentalfilm.
Erweckt euren Gegenstand, die Tüte, zum Leben, die an sich bewegungslos ist.
Erzählt eine kleine Geschichte aus der Perspektive dieses Gegenstandes. Welch’ unglaubliche Geschichte erlebt dieser Gegenstand? Was sieht er dabei, was hört er? Wie fühlt er sich?
Nutzt das Handy, um die Perspektive des Gegenstandes jenseits eurer Augen und Hände einzunehmen. Hände weg vom Handy - Denkt an die entfesselte Kamera – Das Handy ist euer Film-Auge.
Nutz das Handy, um die Bewegungsmöglichkeiten des Gegenstandes jenseits eures Körpers voll auszuschöpfen. Befreit euch von der menschlichen Unbeweglichkeit.
Das Handy ist in jeglicher Hinsicht das Aufnahmegerät – also für Bild und Ton.
Bild und Ton werden jedoch getrennt voneinander aufgenommen. Erst das Bild, dann der Ton.
Experimentiert, probiert, rast los auf eurem wild galoppierenden Pferd!